Ganz Ohr / Kronić

Kronić

Stefan Kronić, der Patriarch der Familie Kronić, hat dieses Palais, vor dem Sie gerade stehen, im Jahr 1906 gebaut. Er war ein bekannter Anwalt und Grundbesitzer in Sombor. 

Der Grundriss des Hauses ist in Form des Buchstabens „P“ angelegt und an zwei seitlichen eckigen Türmen mit drei halbkreisförmigen Fenstern in der Front erkennbar. Dieser Palast war luxuriös und detailreich wie kein anderer ausgestattet. Finden Sie davon noch Spuren?

Kurz vor den Ersten Weltkrieg, ist die Familie Kronić wegen des verschwenderischen  Lebensstils und der hohen Gestaltungskosten des Palais, insolvent gegangen. In der Folge hat das Gericht das Grundstück gepfändet, das Palais aber der Familie gelassen.

Ältere Somborer kennen Miroslava Kronić, die Tochter Stefan Kronićs, noch. Sie ist hier als „Gelbe Frau“ bekannt. Sie ist nach dem Zweiten Weltkrieg arm geworden und hat in einem Altenheim in Sombor gelebt. Da sie sommers wie winters einen gelben Pelzmantel getragen hat wurde sie die „Gelbe Frau“ oder in serbischer Sprache „Žuta gospođa“ genannt.

Zwischen 1941 bis 1944 war in diesem Palais das ungarische Gericht untergebracht, und später, nachdem niemand der Familie Kronić mehr das Palais bewohnte, auch ein Disco-Klub. 

In einem 1971 erschienenen Artikel hat ein 94-jähringer Somborer Maurer der „Somborer Zeitung“ gesagt: „Das Haus ist verdammt!“. Warum denken Sie, hat er das gesagt beziehungsweise, was hat er wohl gemeint?

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