Kulturelles Erbe: Last oder Potenzial?
Der Deutsche Verein „St. Gerhard“ organisierte am Donnerstag, 20. März 2025 in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Sombor, sowie der Zweigstelle Museum der Donauschwaben den ersten Vortrag im Rahmen der Disskusionsreihe „Ein Schicksal, zwei Gesichter 2“. Der Gastdozent Herr Robert Čoban, Publizist und Gründer der Color Press Group sprach über Medienaspekten des Themas Donauschwaben.
Bereits 1990 schrieb Čoban im Studentenblatt "Index" die ersten Texte über die Lager in Bačka Jark, Gakov, Knicanin und anderen Orten. In seiner Serie "Mit dem Fahrrad durch die Vojvodina" besuchte Herr Čoban viele Orte in der Vojvodina. In vielen dieser Orte gibt es verlassene oder halb zerstörte Kirchen und Friedhöfe, die komplett von Gebüsch zugewachsen sind. Nur an wenigen Orten wie Jarek, Gakova und Filipowa gibt es seit einigen Jahren Denkmäler und Infotafeln, die bezeugen, was dort in der Zeit von 1945 bis 1948 geschah. Robert Čoban wies darauf hin, dass dieses Thema einem größeren Teil der Öffentlichkeit noch unbekannt ist und dass leider weder der touristische noch das wirtschaftliche Potenzial des kulturellen Erbes der Region erkannt wurden. Er wies darauf hin, dass allein die 118 bestehende Schlösser, die unter staatlichem Schutz stehen, und das wirtschaftliche und touristische Potenzial, das von ihnen ausgeht, einige junge Menschen davon abhalten könnte, Serbien oder die Region zu verlassen.
Die ganze Vorlesung ist als Video unter folgendem Link zu sehen.
Das Projekt wird aus den Mitteln der Bundesrepublik Deutschland ermöglicht.
Der nächste Vortrag zum Thema Welche Bedeutungen haben Donauschwaben für uns? Ein Überblick über die Vertreibungen der deutschen Bevölkerung aus den Gebieten Südosteuropas nach dem Zweiten Weltkrieg - ist für Donnerstag, 24. April 2025, im Museum der Donauschwaben Zmaj Jovina bb, Sombor geplant. Als Gastdozentin erwarten wir Marijana Stojčić, Soziologin vom Zentrum für angewandte Geschichte Belgrad.