Der Deutsche Humanitärer Verein „St. Gerhard“ organisierte in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Sombor und seiner Abteilung, dem Museum der Donauschwaben, am Donnerstag, dem 22. Mai 2025, die dritte Podiumsdiskussion im Rahmen der Vorlesungsreihe „Ein Schicksal, zwei Gesichter 2“. Prof. Dr. Saša Marković, Professor an der Pädagogischen Fakultät in Sombor präsentierte dem anwesenden Publikum das Thema: „Nationale Identität in der Vojvodina zwischen den beiden Weltkriegen“.
Nachdem er den allgemeinen historischen Kontext der Zwischenkriegszeit dargestellt hatte, wies Prof. Marković auf die Geschichte des Zusammenlebens verschiedener Völker im Gebiet des ehemaligen Südungarns bzw. Vojvodina hin. Als besonders wichtiges Phänomen hob er den Prozess der Magyarisierung hervor, der von den ungarischen Behörden betrieben und insbesondere in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg intensiviert wurde.
Nach dem Zerfall der Habsburgermonarchie und der Gründung des Königreichs SHS/Jugoslawien waren die nationalen Beziehungen in der Vojvodina vor allem vom Verhältnis zur ehemaligen Monarchie geprägt.
In diesem Zusammenhang analysierte der Vortragende auch die Entwicklung der nationalen Identität unter der deutschen Bevölkerung in der Vojvodina, die gerade in der Zwischenkriegszeit ihre kulturellen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Organisationen ausbaute.
Die Durchführung dieses Projekts wurde aus Fördermitteln des deutschen Bundesministeriums des Innern, Bau und Heimat ermöglicht.
Der nächste Vortrag zum Thema „Ethische Aspekte der Erinnerungskultur“ wird von Prof. Dr. Slobodan Sadžakov, Professor an der Pädagogischen Fakultät in Sombor, vorbereitet und findet nach der Sommerpause am Donnerstag, dem 25. September 2025, um 18 Uhr im Museum der Donauschwaben, Zmaj Jovina bb, Sombor, statt.